ADHS-Screening für Erwachsene: Wann es sinnvoll ist und wie es abläuft

Vielleicht fragst du dich schon länger, ob ADHS eine Erklärung für deine Schwierigkeiten im Alltag sein könnte. Konzentrationsprobleme, ständiges Gedankenchaos, Vergesslichkeit, Prokrastination oder das Gefühl, sich mehr anstrengen zu müssen als andere. Viele Erwachsene erkennen sich in Beschreibungen von ADHS wieder.

Gleichzeitig stellt sich oft die Frage: Brauche ich direkt eine umfassende Diagnostik oder reicht zunächst eine erste Einschätzung?

Genau dafür kann ein ADHS-Screening sinnvoll sein.

Was ist ein ADHS-Screening?

Ein ADHS-Screening dient dazu, erste Hinweise darauf zu erhalten, ob eine ADHS-Symptomatik vorliegen könnte. Es ersetzt keine medizinische oder psychologische Diagnostik, sondern hilft dabei einzuschätzen, ob eine weiterführende Abklärung sinnvoll erscheint.

Für viele Menschen ist das Screening ein guter erster Schritt, wenn sie…

  • sich in typischen ADHS-Beschreibungen wiedererkennen,

  • sich aber noch unsicher sind, ob ADHS tatsächlich infrage kommt,

  • wissen möchten, ob sich eine umfangreiche Diagnostik lohnt,

  • oder sich zunächst eine professionelle Einschätzung wünschen.

Gerade weil eine vollständige ADHS-Diagnostik häufig mehrere hundert Euro kostet und Wartezeiten mit sich bringen kann, bietet ein Screening eine strukturierte erste Orientierung.

Wann ist ein Screening sinnvoll?

Ein Screening kann sinnvoll sein, wenn du beispielsweise…

  • schon länger Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Organisation oder Konzentration hast,

  • häufig unter innerer Unruhe oder Gedankenchaos leidest,

  • das Gefühl hast, deinen Alltag nur mit sehr viel Anstrengung zu bewältigen,

  • dich in Erfahrungsberichten von Erwachsenen mit ADHS stark wiedererkennst,

  • oder wissen möchtest, ob sich eine ausführliche Diagnostik wahrscheinlich lohnt.

Auch im kostenlosen Erstgespräch sprechen wir über deinen Verdacht. Falls ich den Eindruck habe, dass ein Screening sinnvoll sein könnte, stelle ich dir diese Möglichkeit selbstverständlich vor. Gemeinsam entscheiden wir anschließend, welcher Weg für deine Situation am besten passt.

So läuft das ADHS-Screening ab

1. Kostenloses Erstgespräch

Zu Beginn lernen wir uns in einem unverbindlichen Online-Erstgespräch kennen. Wir sprechen darüber, warum du einen ADHS-Verdacht hast, welche Fragen dich beschäftigen und ob ein Screening in deiner Situation sinnvoll ist.

Falls du ursprünglich wegen eines anderen Anliegens zu mir kommst und sich im Gespräch Hinweise auf eine mögliche ADHS zeigen, kann ich dir das Screening ebenfalls als Option vorstellen.

2. Wissenschaftlich fundierte Fragebögen

Entscheidest du dich für das Screening, erhältst du verschiedene wissenschaftlich etablierte Fragebögen und Testverfahren.

Diese kannst du ganz bequem von zu Hause aus bearbeiten. Die Ergebnisse liefern bereits wichtige Hinweise auf mögliche ADHS-Symptome und bilden eine wichtige Grundlage für unsere weitere Einschätzung.

3. 50-minütiges Anamnesegespräch

Im nächsten Schritt führen wir ein ausführliches Gespräch.

Dabei geht es unter anderem um:

  • deine aktuelle Symptomatik,

  • typische Schwierigkeiten im Alltag,

  • deine persönliche Lebensgeschichte,

  • schulische und berufliche Erfahrungen,

  • sowie erste Hinweise auf Symptome in der Kindheit.

Dieses Gespräch hilft dabei, deine Testergebnisse richtig einzuordnen und den Menschen hinter den Fragebögen kennenzulernen.

4. Sorgfältige Auswertung

Im Anschluss werte ich sowohl deine Fragebögen als auch die Informationen aus unserem Gespräch sorgfältig aus.

Dabei schaue ich nicht nur darauf, wie viele Symptome vorhanden sind, sondern auch darauf, wie gut das Gesamtbild zu einer möglichen ADHS passt.

5. Ergebnisgespräch

In einem etwa 30-minütigen Abschlussgespräch besprechen wir gemeinsam die Ergebnisse.

Du erhältst eine verständliche Rückmeldung darüber,

  • welche Hinweise sich ergeben haben,

  • wie diese einzuordnen sind,

  • und welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten.

Dabei ist mir besonders wichtig, dass du nicht nur ein Ergebnis erhältst, sondern auch Orientierung für das weitere Vorgehen.

Was ein ADHS-Screening nicht leisten kann

Ein Screening ist bewusst keine vollständige ADHS-Diagnostik.

Das bedeutet, dass anschließend keine gesicherte Diagnose gestellt werden kann und das Screening nicht als Grundlage für eine medikamentöse Behandlung dient.

Für eine vollständige Diagnostik gehören unter anderem weitere Bestandteile dazu, beispielsweise:

  • eine ausführliche Exploration der Kindheit,

  • Fremdbeurteilungen durch Angehörige oder andere Bezugspersonen,

  • eine differenzierte Untersuchung möglicher anderer Ursachen,

  • sowie eine umfassende Differenzialdiagnostik.

Das ist wichtig, denn Konzentrationsprobleme, innere Unruhe oder Schwierigkeiten mit der Organisation können auch im Zusammenhang mit anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen auftreten. Nicht jede ADHS-ähnliche Symptomatik bedeutet automatisch, dass tatsächlich ADHS vorliegt.

Deshalb kann ein Screening zwar wertvolle Hinweise liefern – ersetzt aber keine vollständige Diagnosestellung.

Wie geht es danach weiter?

Je nach Ergebnis gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Zeigt das Screening deutliche Hinweise auf eine mögliche ADHS, kann der nächste Schritt eine ausführliche ADHS-Diagnostik sein. Diese ermöglicht eine gesicherte Diagnose und bildet, falls gewünscht, auch die Grundlage für eine medikamentöse Behandlung durch eine entsprechend qualifizierte Ärztin oder einen Arzt. Zurzeit biete ich noch keine ADHS-Diagnostik an. 

Ergeben sich dagegen Hinweise darauf, dass andere Faktoren hinter deinen Beschwerden stehen könnten, besprechen wir gemeinsam, welche weiteren Anlaufstellen oder Unterstützungsangebote sinnvoll sein können.

Und unabhängig vom Ergebnis gilt: Viele Schwierigkeiten im Alltag lassen sich bereits durch gezielte Strategien, Psychoedukation und psychologische Begleitung verbessern. Unabhängig davon, ob später tatsächlich eine ADHS-Diagnose gestellt wird.

Du möchtest wissen, ob ein ADHS-Screening für dich sinnvoll ist?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation. Du kannst alle deine Fragen stellen und wir entscheiden zusammen, ob ein Screening der passende erste Schritt ist oder ob ein anderer Weg für dich sinnvoller wäre.

So erhältst du eine fundierte erste Orientierung, ohne dich sofort auf eine umfangreiche Diagnostik festlegen zu müssen.

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